SManche Wanderungen plant man mit Rudi. Manche macht man allein.
September 2019. Ich bin mit dem Rucksack nach Schweden gefahren, um einen Teil des Skåneleden zu gehen — einem der bekanntesten Fernwanderwege Skandinaviens, der den Südzipfel Schwedens auf verschiedenen Routen durchzieht. Mein Plan: die ersten drei Etappen der SL1, allein, mit Zelt.
Es lief nicht alles nach Plan. Rückblickend war das gut so.
Vergessene Kamera, toter Akku — Willkommen auf dem Skåneleden
Die Strecke verläuft durch die typische südschwedische Landschaft: Buchenwälder, Felder, gelegentlich Seen, kleine Ortschaften. Flacher als man denkt, aber trotzdem konditionsreich, wenn man täglich 20 Kilometer und mehr trägt.
Erste Panne: Ich habe meine Kamera an einem Wasserpunkt liegen lassen. Erst nach einer Weile merkte ich es — und lief zurück. Gefunden, großes Glück. Aber so ein Moment schärft die Aufmerksamkeit für den Rest der Tour. Was noch in meinem Rucksack ist? Was gehört dazu?
Zweite Panne, kombiniert: Das Telefon starb den Akku-Tod — in einer Situation, in der ich meine PIN-Nummer nicht mehr auswendig wusste. Und auf dem Telefon waren meine Zugtickets. Kein Ticket, kein Aufladen möglich, kein Backup. Eine dieser Situationen, die in Reisetagebüchern komisch klingen und sich in dem Moment deutlich weniger komisch anfühlen.

Ein deutsches Pärchen und eine Tafel Schokolade
Es gibt Begegnungen auf langen Wanderungen, die man nicht vergisst. Ein deutsches Pärchen, das ich irgendwo auf der Strecke traf, hat mich mit einer Tafel Schokolade versorgt. Warum? Weil man das auf Wanderungen so macht. Geteilte Strecke, geteilter Proviant, kurzes Gespräch, weiter.
Schokolade schmeckt auf langen Wanderungen besonders gut. Das ist keine Überraschung. Aber dass man auf einem schwedischen Wanderweg von fremden Menschen beschenkt wird — das ist einer der Momente, für die man solche Touren macht.
Skåneleden — die Route
Der Skåneleden ist ein Netz von Wanderwegen im südlichen Schweden (Skåne/Schonen). Die SL1 ist die Hauptroute und zieht sich auf knapp 1.300 Kilometern einmal rund um die Provinz. In Etappen geteilt — je nach Planung 15 bis 25 Kilometer pro Tag — kann man einzelne Abschnitte oder die gesamte Route gehen.
Markiert ist der Weg gut, die Infrastruktur in Schweden für Wanderer solide: Lean-tos (offene Schutzhütten), Wasserstellen, Zeltplätze. Solo-Wanderungen auf dem Skåneleden sind gut machbar — auch wenn man manchmal die Kamera liegen lässt.

Wildcampen in Schweden
In Schweden gilt das Jedermannsrecht (allemansrätten): Man darf auf fremdem Grund zelten, sich frei bewegen und die Natur nutzen — solange man sie respektiert und keine Schäden anrichtet. Ein von Deutschland aus ungewöhnliches Recht, das das Wandern in Schweden zu einer anderen Erfahrung macht. Keine Grauzone, kein schlechtes Gewissen — einfach Natur, die für alle da ist.
Etappen 4 bis 6 kommen noch. Aber das ist eine andere Geschichte.










